Verwobene Kosmen

In meiner Arbeit verwende ich vertraute handwerkliche und künstlerische Elemente, um eine persönliche, innovative Erzählung zu entwickeln. Besonders interessieren mich Zeichen und Symbole, ihre Kraft und ihre universelle Bedeutung im Kontext der Stickerei. Während meines Aufenthalts in Oaxaca lernte ich die spanisch-indianische Stickerei, ihre Motive, Bedeutungen und Techniken kennen. Die Teilnahme am Día de Muertos – mit bestickten Kostümen sowie christlichen und heidnischen Symbolen – war prägend.

Zentral ist für mich die Frage, wie ein tief verwurzeltes kulturelles Ritual durch Kapitalismus kommerzialisiert wird und welche Auswirkungen dies auf die Bevölkerung hat. Für die mesoamerikanischen Kulturen ist der Faden ein universelles Element, das Leben, Raum und Kosmos verbindet. Mit ihm mache ich das Unsichtbare sichtbar: Zeit, Raum und den Lebenszyklus. Fotografien, Fäden, Kakteen und bestickte Textilien wie der Huipil werden zu Trägern dieser kosmologischen und gesellschaftlichen Erzählung.

Biografie

2012 schloss Anna Krieps ihr Studium am AKI (NL) mit Schwerpunkt Fotografie und Medienkunst ab; 2011 studierte sie im Austausch am MassArt in Boston. 2013 absolvierte sie einen Master in Art Direction an der ECAL Lausanne. Nach vier Jahren in Berlin kehrte sie 2020 nach Luxemburg zurück und lehrte zwei Jahre Kunst. Seit 2022 lebt sie teilweise in der Schweiz. 2024/25 nahm sie an der Springbreak Artshow in New York und Los Angeles teil; 2025 stellt sie in Queens aus.

Ausstellungsansichten © Cité de l'image / Hype / CAL