Hinter dem Schleider
Bilder können eine latente Kraft besitzen, das Verlorene oder Zensierte zu rekonstruieren. Indem sie von Momenten erzählen, die nur durch die Erinnerung zugänglich sind, überschreiten sie die Grenzen des Geistes, um das zu bezeugen, was verborgen oder verstummt bleibt.
Geprägt durch ihre Erfahrung als eine im Iran geborene und aufgewachsene Frau, begreift die Künstlerin die weibliche Identität als einen ständigen Dialog zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen; ein Spannungsfeld zwischen der Öffentlichkeit und der Bewahrung des Selbst. Diese Auseinandersetzung konzentriert sich auf die Hochzeitsfotografien ihrer Mutter, aufgenommen im Alter von nur sechzehn Jahren, die bis heute verborgen blieben. Durch das präzise Abtragen der lichtempfindlichen Schicht zwischen Papier und Tinte vollzieht die Künstlerin einen bewussten Akt der Enthüllung. Diese selektive Dekonstruktion ist kein Ausdruck von Zorn, sondern eine stille Form des Widerstands und des Gedenkens; eine Geste, die den Akt des „Entfernens“ mit einer erneuten Präsenz verknüpft und das Narrativ des Bildes in dem Weißen zurücklässt."
Biografie
Nastaran Shirinsokhan (*1994, Iran) lebt und arbeitet seit 2022 als bildende Künstlerin in Deutschland. Nach ihrem Bachelorstudium in Malerei an der Teheran Universität im Iran, absolvierte sie ihren Master im Fach Freie Kunst bei Prof. Katharina Hinsberg und Prof. Eric Lanz an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken. Ihre künstlerische Praxis folgt einem interdisziplinären Ansatz, der Malerei, Fotografie und Installation verbindet. In ihren Arbeiten analysiert sie das Verhältnis zwischen weiblicher Identität, dem Körper, Ausdauer sowie dem persönlichen und kulturellen Gedächtnis. Ihre Werke wurden international ausgestellt und für verschiedene Preise nominiert.






Ausstellungsansichten © Cité de l'image / Hype / CAL




