A GOLDEN DISTANCE
Während der Ardennenoffensive im Jahr 1944 findet der 19-jährige amerikanische Soldat Normand bei den Urgroßeltern von Sébastien Cuvelier Zuflucht. Aus dieser Begegnung entsteht ein transatlantischer Briefwechsel, der über drei Generationen hinweg fortgesetzt wird.
Heute richtet Sébastien seinen Blick auf Michael, den jüngsten Sohn von Normand. Dieser wirkt neugierig, gebildet und wohlwollend, lässt durch seine konservativen, mitunter radikalen Standpunkte jedoch auch ein Amerika im Umbruch erkennen, das von sozialen, politischen und ideologischen Spaltungen geprägt ist.
Das Projekt steht im Zeichen der Verflechtung von Familiengeschichte, politischen Unruhen und sozialen Umbrüchen. In einem Klima, in dem nationalistische Diskurse wieder an Boden gewinnen, hinterfragt Sébastien Cuvelier die Bedeutung dieses Familienerbes, dieser Briefe und der Gesichter auf Papier – stille Zeugen, die von der Möglichkeit einer empathischeren Welt flüstern.
Biografie
Sébastien Cuvelier fotografiert Geschichten über Erinnerung, Hoffnung und Wiederaufbau. Mit einem offenen, von Poesie und Symbolik geprägten dokumentarischen Ansatz versucht er, die Spannung zwischen dem, was wir erleben, und dem, was wir idealisieren, sichtbar zu machen. Seine Arbeit spielt sich in den Zwischenräumen der Zeit ab und lädt die Betrachter:innen ein, sich auf eine Erzählung zwischen Untersuchung und Fantasie einzulassen.
Sébastien ist Absolvent der École Nationale Supérieure de la Photographie in Arles und Mitglied der europäischen Plattform Futures.







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