7YTHTS

Aus der Begegnung von phôs (Licht) und graphein (schreiben) entstanden, trägt die Fotografie den Anspruch in sich, das Sichtbare in einer Spur festzuhalten und gleichzeitig dessen Zerbrechlichkeit offenzulegen. Die Auszüge aus der Serie 7YTHTS (7 years…) erforschen das Licht als instabiles, zugleich grundlegendes und zerbrechliches Material und hinterfragen das Sichtbare in seiner Prekarität. Die Serie bekräftigt eine Praxis des Widerstands gegen die Unmittelbarkeit, in der die Fotografie zu einer langsamen und reflexiven Zeitlichkeit zurückfindet.

Diese von den impressionistischen Malern übernommene Forschung, für die Licht nie eine feste Größe, sondern ein sich ständig veränderndes Phänomen war, verlängert den Wahrnehmungsmoment eher in möglichen Fiktionen als in Gewissheiten. Basierend auf Fragmentierung, Echo und Assoziation lehnt sie die Unmittelbarkeit zugunsten einer langsamen, reflexiven Zeitlichkeit ab. Die Serie schafft einen nichtlinearen Leseraum, in dem sich die Bedeutung aus den Beziehungen zwischen den Bildern, den Spannungen und den Stillemomenten ergibt. Jedes Foto präsentiert sich somit als autonomer Denkraum, während es sich gleichzeitig in ein Ganzes einfügt, das sowohl die Realität als auch seine eigenen Zweifel widerspiegelt. Die Fotografien erscheinen als Projektionsflächen, auf denen Wahrnehmung, Erinnerung und Interpretation aufeinandertreffen. Sie ziehen den Betrachter in eine sinnliche und reflexive Erfahrung, in eine aktive Erfahrung des Blicks, hinein.

Biografie

Armand Quetsch, ausgebildeter Fotograf an der École supérieure de l'image Le 75 (Brüssel) und Absolvent mit Auszeichnung der École nationale supérieure de la photographie d'Arles, hinterfragt die Fragilität des Sichtbaren und die Konstruktion von Bedeutung durch das Bild. In seinem Werk untersucht er die Spannung zwischen Erinnerung, Territorium und Blick und verfolgt dabei einen poetischen und fragmentarischen Ansatz der Fotografie. Er stellte unter anderem bei den Rencontres d'Arles, im Centre national de l'audiovisuel (CNA), im Casino Luxembourg und bei Les Brasseurs (Lüttich) aus. Seine Publikationen, darunter ephemera, dystopian circles / fragments... all along (Peperoni Books) und Nickla (CNA), setzen seine Reflexion über das Bild als Spur und Fiktion fort.

Ausstellungsansichten © Cité de l'image / Hype / CAL