What Waits Unseen

Dieses fortlaufende Projekt knüpft an die Gedankenexperimente von Schrödinger und Wigner an und stellt die Frage, wann etwas real wird – und für wen. Ausgangspunkt sind Porträts von Frauen, die der Kamera in unterschiedlichen Zuständen des Sehens begegnen. Mit offenen oder geschlossenen Augen, nach außen gerichtet oder nach innen gewandt, markieren diese Begegnungen verschiedene Schwellen zwischen Sichtbarkeit und Innerlichkeit.

Die Arbeit basiert auf der Annahme, dass Wahrnehmung formt, was sichtbar wird. Sehen ist nie neutral. Bedeutung entsteht nicht allein im Bild, sondern im Moment der Begegnung, wenn Blick, Wahrnehmung und innerer Zustand aufeinandertreffen. Mich interessiert genau dieser Augenblick, in dem sich ihr innerer Raum und mein Blick berühren und für einen Moment eine eigene Form von Wirklichkeit entsteht.

Biografie

Véronique Kolber ist Fotografin und lebt in Luxemburg. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Dokument und Fiktion und setzt sich mit Wahrnehmung, Erinnerung und inneren Zuständen auseinander. Seit über zwanzig Jahren entwickelt sie langfristige Projekte zum Sichtbaren und Verborgenen. Sie versteht Fotografie als Mittel, Realität zu hinterfragen und in etwas Eigenes zu überführen. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und in zahlreichen Publikationen gezeigt.

Ausstellungsansichten © Cité de l'image / Hype / CAL