Végétation Aquatique
Die Arbeit von Tine Krumhorn ist geprägt von einer sensiblen Beobachtung der Pflanzenwelt. Mit einem aufmerksamen Blick auf die Formen und Metamorphosen der Natur – wie beispielsweise das Schilf in „Végétation Aquatique” – hinterfragt sie, wie diese die menschlichen Emotionen und die Zyklen des Lebens widerspiegeln. Dieser intime Ansatz erforscht die Beziehung zwischen Mensch und Natur und eröffnet einen Zugang zur inneren Welt. Beeinflusst von der romantischen Malerei des späten 19. Jahrhunderts offenbart Tine Emotionen durch Landschaften, die zur Kontemplation einladen und in denen die Natur Einsamkeit und Melancholie sublimiert. Die Motive fragmentieren sich und setzen sich dann wieder zusammen. Die mit Buntstiften und Pastellfarben retuschierten und verstärkten Bilder verwischen die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie. Durch ihr Eingreifen verändert sich die Zeitlichkeit des Bildes und es erhält einen neuen Rhythmus. Das Licht, das von den Rillen des Materials eingefangen wird, moduliert die Landschaft und evoziert die Metaphern von Zeit, Vergänglichkeit und der fragilen Erinnerung der Natur.
Biografie
Tine Krumhorn (* 1965, Sarralbe, Frankreich) ist Absolventin der Kunsthochschule Metz und erhielt den Rosenthal-Preis in Darmstadt für ein Werk aus Glas. Nach einem Abstecher zum Theater entwickelte sich ihre künstlerische Praxis in Richtung Bühnenbild, Fotografie, Skulptur und Flachrelief. Seit etwa zwanzig Jahren erforscht sie die Texturen und Verwandlungen von Karton. Seit 2015 lebt sie in Luxemburg, stellt regelmäßig in Europa aus und beteiligt sich an zahlreichen Kunstprojekten.



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